Dieter Kläy
Dieter Kläy

Nein zu «Wildhüter statt Jäger»

07.09.2018

Die am 23. September zur Abstimmung gelangende Initiative «Wildhüter statt Jäger» will die ehrenamtliche Jagd abschaffen und im Gegenzug für Millionen staatlich bezahlte Wildhüter einstellen. Die FDP lehnt, zusammen mit allen anderen im Kantonsrat vertretenen Parteien, die Initiative ab. Im Kantonsrat erhielt die Initiative keine einzige Stimme.

Ehrenamtliche Jagd bewährt sich

Heute leisten im Kanton Zürich 1’300 Jägerinnen und Jäger jedes Jahr rund 400 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Die Milizjagd hat sich über Jahrzehnte bewährt und die Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniert problemlos. Jägerinnen und Jäger müssen eine aufwändige Ausbildung sowie regelmässige Fortbildung absolvieren und unterstehen der Aufsicht durch den Kanton. Sie müssen ihre Schiessfertigkeit jährlich unter Beweis stellen und sind verantwortungsvolle Menschen, denen Schutz und Pflege der wild lebenden Tiere am Herzen liegen.

Tierschutz ist zentrales Anliegen

Der Tierschutz ist ein zentrales Anliegen. Nicht die Jäger, sondern die Behörden legen fest, wie viele Tiere jedes Jahr geschossen werden dürfen, um den Wildbestand stabil zu halten. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz würden sich die Wildtiere unkontrolliert vermehren und wären dem täglichen Kampf um Nahrung sowie Stress und Krankheiten ausgeliefert.

Systemwechsel bringt keine Vorteile

Der Systemwechsel von der heutigen Milizjagd zu staatlich angestellten Wildhütern bringt keine Vorteile, sondern vor allem Nachteile. Eine sich unkontrolliert ausbreitende Wildtierpopulation verursacht massive Schäden am Kulturland und an Wäldern. Als Gegenmassnahme müssten Naturgebiete umfassend eingezäunt werden. In der Konsequenz würden sich die Lebensräume der Tiere weiter zerstückeln. Zudem sind Drahtzäune gefährlich für Wildtiere.

Hohe Kosten bei Annahme der Initiative

Neben den Nachteilen kostet die Initiative den Steuerzahler jährlich rund 30 Millionen Franken. Bei Schäden durch Wildtiere soll künftig der Kanton haften, sofern zumutbare Massnahmen zur Schadenverhinderung durch die Landbesitzerinnen und -besitzer getroffen wurden. 80 Staatsjäger können die Arbeit von 1’300 ehrenamtlichen Jägerinnen und Jäger nicht übernehmen. Ehrenamtliche Jägerinnen und Jäger erledigen ihre Aufgaben effizient und effektiv.

Staatliche Fachkommission unnütz

Für weitergehende, regulierende Massnahmen soll auch noch eine Fachkommission gebildet werden, die paritätisch aus Wildhüterinnen und Wildhütern, Wildtierbiologinnen und -biologen, Veterinärinnen und Veterinären sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Tier- und Artenschutzorganisationen zusammengesetzt ist. Der Nutzen ist fraglich.

Insgesamt ist die Zusammenarbeit mit Behörden und Verbänden, der Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes sowie den ehrenamtlichen Jagdgesellschaften gut eingespielt. Auch ohne Staatsjäger haben wir ein professionelles Wildtiermanagement, das die Tierbestände in vernünftiger Art und Weise zu regulieren vermag. Die FDP sieht keine Notwendigkeit, das Milizsystem durch eine teure, staatliche Organisation und die bewährte Jagd abzuschaffen. Deshalb Nein zur «Wildhüter statt Jäger».

Dieter Kläy, Kantonsrat FDP

Neueste News

Weitere News