Dieter Kläy
Dieter Kläy

....und ewig rollt die Verpflichtungswelle

23.03.2018

Über 50-Jährige haben nach einem Stellenverlust überdurchschnittlich grosse Schwierigkeiten, wieder eine Anstellung zu finden. Da gibt es nichts zu beschönigen. Wer seinen Job verloren hat, sucht statistisch gesehen länger nach einer neuen Beschäftigung als jüngere Stellensuchende. Die Frage ist allerdings, was der erfolgversprechende Ansatz ist, diesen Personen eine bessere Perspektive zu bieten. Aktuell ist wieder einmal eine «Verpflichtungswelle» spürbar. Arbeitgeber sollen zu Lohngleichheitsanalysen verpflichtet werden. Arbeitgeber sollen zu Quoten verpflichtet werden und Arbeitgeber sollen zur Prävention und Früherkennung der Bedürfnisse von älteren Arbeitnehmenden verpflichtet werden. Weiterbildung ist in erster Linie eine Angelegenheit zwischen Arbeitgeberin und Arbeitnehmer. Verantwortungsvolle Arbeitgeberinnen, die im Zuge einer zunehmenden Fachkräfteknappheit nicht qualifizierte Mitarbeitende verlieren wollen, investieren frühzeitig und in Absprache mit dem betroffenen Mitarbeitenden in die Weiterbildung ihres Personals. Dazu braucht es keine Verpflichtungen vom Staat. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gefordert, ihre Weiterbildungsideen darzulegen und den Dialog mit der Arbeitgeberin zu suchen. Spätestens beim nächsten Mitarbeitergespräch bietet sich eine Gelegenheit dazu.

Dieter Kläy, Ressortleiter sgv