Dieter Kläy
Dieter Kläy

Winterthur vor Herausforderungen

24.04.2020

Die Winterthurer Wirtschaft wird seit Ende Januar gleich doppelt durchgeschüttelt. Wegen der Corona-Krise stehen viele Betriebe, vor allem aber Selbständige und Kleinbetriebe vor akuten Liquiditätsproblemen. Das stellt die Unternehmen wie andernorts vor grosse Herausforderungen. Neben den Unterstützungspaketen des Bundes in Milliardenhöhe und jenem des Kantons im Umfang von rund einer halben Milliarde Franken hat auch der Winterthurer Stadtrat Gewerbetreibenden von Kleinstbetrieben eine Hilfe in Millionenhöhe in Aussicht gestellt. Aus Sicht der FDP Winterthur sind diese Massnahmen zu unterstützen, geht es doch um den Erhalt von Arbeitsplätzen und um das kurzfristige Überleben vieler Unternehmen.     

Schon vor der Coronakrise wurde Anfang 2020 Winterthur von drei Hiobsbotschaften heimgesucht. Ende Januar hatte das Traditionsunternehmen Rieter die Schliessung der letzten Produktionshalle in Töss angekündigt. 87 Arbeitsplätze gehen verloren. Mitte Februar informierte Zimmer Biomet, den Hauptsitz und 140 Arbeitsplätze von Oberwinterthur nach Zug zu verlegen. Wenige Tage danach wurde bekannt, dass der finnische Schiffsmotorenbauer Wärtsilä, der vor zwanzig Jahren die Sulzer Dieselsparte übernommen hatte, seinen Sitz nach Frauenfeld verlegt. Betroffen sind rund 130 Arbeitsplätze. Bei diesen Fällen handelt es sich nicht nur um einen Wegzug aus Winterthur, sondern um eine Abkehr vom Wirtschaftsstandort Kanton Zürich.

Diese Entwicklung ist nicht nur wegen des wegbrechenden Steuersubstrats ein besorgniserregender Weckruf. Faktum ist, dass die Nachbarkantone substanziell tiefere Steuern haben. Die vergleichsweise hohen Gewinnsteuern im Kanton Zürich spielen eine Rolle. Es mögen aber auch hausgemachte Probleme für diese Entwicklung ausschlaggebend sein, wie z.B. die Verkehrspolitik. Die Politik z.B. in Bezug auf Parkplätze wird immer restriktiver. Der von der FDP im Abstimmungskampf vehement bekämpfte Volksentscheid von November 2018, kein städtisches Bauland mehr zu verkaufen, sondern es nur noch im Baurecht abzugeben, ist auch nicht hilfreich. Die Prioritäten müssen – wie von der FDP immer wieder betont – auf unnötigen Regulierungen, tiefen Steuern und guten Rahmenbedingungen liegen. Sie sind der beste Garant für eine positive Wirtschaftsentwicklung. 

www.fdp-winterthur.ch

Dieter Kläy, Präsident FDP Winterthur