Dieter Kläy
Dieter Kläy

Gefragt sind mehr Optimismus und langfristige Planungssicherheit

17.04.2020

Unsere Leben haben sich verändert, Geschäfte sind geschlossen, zwischenmenschliche Kontakte werden auf das Nötigste eingeschränkt. Läden, Restaurants und Bars mussten von einem Tag auf den anderen die Tore schliessen. Eine schwierige und noch nie dagewesene Herausforderung für alle KMU. Die Unterstützungspakete des Bundes und des Kantons seine eine grosse Hilfe, solange die Dauer der Einschränkungen überblickbar bleibe. Speziell die Kurzarbeitsentschädigung wird von allen Teilnehmern des digitalen Stammtisches begrüsst. Die Corona-Kredite würden helfen, momentan die Fixkosten zu decken, die Rückzahlung bleibe aber für die Unternehmen eine Herausforderung.

Hohe Fixkosten

Ein weiterer kritischer Punkt sind die Mietkosten. Für viele Geschäfte und Restaurants stellen die Mietkosten die grössten Fixkosten dar. Speziell in der Stadt Zürich sind diese bekanntlich hoch. Mehrere Zürcher Unternehmer, unter anderem auch Thomas von Matt, der am Stammtisch dabei war, haben darum eine Petition gestartet. Sie fordern, dass die Mietkosten von der öffentlichen Hand übernommen werden. Die FDP ist sich bewusst, dass die Mietkosten einen grossen Kostenpunkt darstellen. Vermieter stehen jedoch genauso vor Herausforderungen und müssen ihrerseits Fixkosten decken. Die Kantonalpartei ruft darum Vermieter und Mieter auf, bilateral nach Lösungen zu suchen. Langfristig sind eine Einigung und eine gute Zusammenarbeit für beide Parteien das Beste. Viele Vermieter gewähren bereits heute eine Stundung der Mieten.

Gastrounternehmen im luftleeren Raum

Die Lockerungsstrategie des Bundesrates sagt leider nichts darüber, wann Restaurants und Bars den Betrieb wieder aufnehmen können. FDP-Nationalrat und Gastrounternehmer Andri Silberschmidt kritisiert: «Der Bundesrat hat die Gastronomen in keine Phase eingeteilt und sie jetzt im luftleeren Raum gelassen. Die Planungssicherheit ist so nicht gegeben.» Die Unternehmer sind sich einig, dass der Bundesrat hier zu wenig mutig agiert und unzureichend kommuniziert. Unklar ist auch, ob nun jeder Betrieb ein eigenes Konzept ausarbeiten muss. Falls dies so ist, wäre der bürokratische Aufwand nicht verhältnismässig. Wünschenswert wären hier Branchenlösungen. Die FDP Kanton Zürich nimmt dieses Anliegen gerne auf und fordert die Wirtschafts- und Branchenverbände auf, hier die Betriebe mit einem Konzept zu unterstützen.

Mehr Optimismus und eine Steuersenkung

Eine grosse Angst der Unternehmer ist zudem, dass trotz Lockerung die Konsumenten/innen aus Angst vor einer Ansteckung sehr zurückhaltend konsumieren würden. Sie wünschen sich deshalb, dass der Bundesrat aber auch ganz generell die Politik mehr Optimismus verbreiten würde. FDP-Parteipräsident Hans-Jakob Boesch bringt es auf den Punkt: «Die Realität ist, dass wir langfristig mit dem Virus leben müssen, – und auch damit muss wieder eine Normalität möglich sein. Wir müssen daher so schnell wie möglich aus der Schockstarre erwachen und die Unternehmer-/innen brauchen klare Angaben vom Bundesrat für ihre langfristige Planungssicherheit.» Auch wenn die Unternehmen wegen der Hygiene- und Abstandsregeln grosse Einschränkungen und Mehraufwand haben und weniger Kunden bedienen können, ist das immer noch besser als der Lockdown. Sie freuen sich darauf, wieder zu öffnen und zu arbeiten. Um nach der Krise wieder rasch Fuss fassen und investieren zu können sowie Reserven zu bilden, wird zudem eine Steuersenkung von allen Unternehmern sehr begrüsst. So könnte man die KMU nachhaltig entlasten und ihnen beim Wiederaufbau helfen.

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