Dieter Kläy
Dieter Kläy

Gemeinsame Medienmitteilung der FDP und SVP des Kantons Zürich: Kantone entscheiden über Durchführung der Maturitätsprüfungen: Der Regierungsrat muss jetzt handeln

29.04.2020

Die FDP und die SVP des Kantons Zürich nehmen zur Kenntnis, dass es der Bundesrat den einzelnen Kantonen überlässt, ob sie Maturitätsprüfungen durchführen. Damit steht der Zürcher Regierungsrat in der Pflicht. Für den von der Bildungsdirektion vor einigen Tagen über die Medien kommunizierten Vorentscheid, im Kanton Zürich keine Maturitätsprüfungen durchzuführen, haben wir kein Verständnis. Wir fordern deshalb vom Regierungsrat und insbesondere von der Bildungsdirektion, dass sie auf diesen Vorentscheid umgehend zurückkommt und unverzüglich die Planung regulärer Maturitätsprüfungen an die Hand nimmt.


Maturitätsprüfungen möglich und wichtig
Anlässlich der Maturitätsprüfungen weisen die Maturandinnen und Maturanden ihre während vier oder sechs Jahren angeeignete Bildung nach. Einige Wochen Fernunterricht fallen da nicht ins Gewicht. Und auch die Prüfungsvorbereitungen können wie jedes Jahr im Selbststudium stattfinden. Auch aus logistischer Sicht sollte eine Durchführung möglich sein.
Maturitätsprüfungen sind zudem auch eine Chance für Maturandinnen und Maturanden mit ungenügenden Erfahrungsnoten. Es ist schleierhaft, wie man den Ansprüchen dieser jungen Erwachsenen in einer anderen Weise gerecht werden möchte, ohne das Niveau der Matura zu senken. Gerade die mündlichen Maturitätsprüfungen haben zudem das Potential, in dieser besonderen Lage Ausgleich zu schaffen. Letztlich geht es aber auch um die Motivation der Maturandinnen und Maturanden in den verbleibenden Wochen.
Beim Verzicht auf Maturitätsprüfungen wird gerne mit Gerechtigkeit argumentiert. Dabei handelt es sich um eine Scheingerechtigkeit, denn die Gerechtigkeit innerhalb des Kantons wird durch eine Ungerechtigkeit zwischen den Kantonen getauscht. Bei der Matura geht es ohnehin um mehr als nur um Noten. Die Matura ist auch ein Zeichen der Wertschätzung und ein Höhepunkt, auf den man jahrelang hingearbeitet hat, aber auch der Abschied von einem Lebensabschnitt. Wir pochen deshalb darauf, nicht ohne Not auf Maturitätsprüfungen zu verzichten.

Wenig Begeisterung über Verzicht auf Zeugnisse in der Volksschule
Bereits den Entscheid, in der Volksschule auf Zeugnisse zu verzichten, hat die FDP und die SVP des Kantons Zürich mit wenig Begeisterung aufgenommen. Schulnoten dienen dazu, den Schülerinnen und Schülern ihre Lernkurve und ihren aktuellen Lernstand aufzuzeigen. Eine Leistungsbeurteilung ist keine Strafe, sie ist ein Recht. Ein Recht, das die Schülerinnen und Schüler auch jetzt haben, denn auch jetzt werden Leistungen erbracht. Und jedes Zeugnis ist auch eine Chance, sich zu verbessern. Absolute Gerechtigkeit unter Tausenden von Kindern dagegen können Zeugnisnoten nie schaffen, das gilt aber auch für die normale Lage. Die Sommerzeugnisse sind für die Lehrstellensuche von hoher Relevanz. Aber auch Kinder in der fünften Klasse befinden sich so während eines Jahres vor dem übertrittsrelevanten Zeugnis im Blindflug. Es besteht das Risiko, dass das transparente Zeugnisverfahren durch unterschiedlichste, keineswegs gerechtere Instrumente ersetzt wird.

Die Medienmitteilung als PDF.

Kontakte:
Hans-Jakob Boesch, Parteipräsident FDP Kanton Zürich, 078 819 64 65
Beatrix Frey-Eigenmann, Fraktionspräsidentin und Kantonsrätin FDP Kanton Zürich 079 789 86 58
Marc Bourgeois, Kantonsrat und Mitglied Kommission für Bildung und Kultur FDP Kanton Zürich 079 219 95 38
Benjamin Fischer, Parteipräsident SVP Kanton Zürich, 079 394 13 37
Martin Hübscher, Fraktionspräsident und Kantonsrat SVP Kanton Zürich, 079 222 27 80
Rochus Burtscher, Kantonsrat, Mitglied Kommission für Bildung und Kultur SVP Kanton Zürich, 079 501 05 58