Dieter Kläy
Dieter Kläy

Der Jugend mehr Sorge tragen

07.12.2023

Gemäss Pro Juventute haben 2022 doppelt so viele Beratungen zu Suizidgedanken stattgefunden, wie 2019. Auch bei Der Dargebotenen Hand hat die Zahl der Kriseninterventionen wegen Suizidgefährdung stark zugenommen. Im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung sind 15- bis 24-Jährige psychisch stärker belastet.

Niemandem käme es in den Sinn, ein Unfallopfer mit einem Beinbruch monatelang auf eine Warteliste zu setzen, bis eine Behandlung stattfinden kann. Nicht so bei psychischen Erkrankungen. Wegen struktureller Mängel in Prävention und Versorgung müssen Betroffene monatelang auf einen Behandlungsplatz in der Jugendpsychiatrie warten. Immerhin hat der Regierungsrat bereits Massnahmen ergriffen.

Die kantonale Politik hat die Brisanz erkannt. Der Kantonsrat behandelte im November die Volksinitiative der Jungen Mitte «Gesunde Jugend Jetzt!". Sie fordert Massnahmen, damit die Zahl psychisch kranker Jugendlicher nicht weiter steigt. Betroffene, sollen rasch die Hilfe erhalten, die sie benötigen.    

Für einmal waren sich Regierungsrat und sämtliche Kantonsratsmitglieder einig. Es braucht mehr und schnellere Hilfe. Die Diskussion drehte sich nur noch darum, wie schnell zu handeln ist. Psychische Probleme sind nicht nur eine Belastung für die Betroffenen und ihr Umfeld, sie können sich erschwerend auf den Verlauf der beruflichen und schulischen Ausbildung auswirken und Langzeitschäden zur Folge haben. Jetzt ist der Regierungsrat gefordert, eine ausformulierte Vorlage zu erarbeiten und schnell konkrete Schritte einzuleiten.

Dieter Kläy, Vizepräsident FDP Kanton Zürich, Kantonsrat, Winterthur