Dieter Kläy
Dieter Kläy

Der medizinische Notfall kennt kein Tempo 30

06.10.2021

«Weitgehend» oder flächendeckend Tempo 30 wollen die Städte Winterthur und Zürich in den nächsten Jahren einführen. Nachdem die negativen Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr (Verlangsamung, Zusatzkosten) bereits bekannt geworden sind, nimmt der Regierungsrat jetzt Stellung zu den Folgen für Polizei, Feuerwehr und Sanität. «Bei einer weitergehenden Einführung von Tempo 30 ist mit einer Verlängerung der Einsatzzeiten der Blaulichtorganisationen zu rechnen», schreibt der Zürcher Regierungsrat. Namentlich dort, wo die Strassen umgestaltet werden und so Fahrten mit schweren Feuerwehr- und Rettungsautos behindert würden. Bis zu 5 Minuten später dürften Brandbekämpfer am Einsatzort eintreffen, bilanziert die kantonale Sicherheitsdirektion. Die minimale Vorgabe, dass die Feuerwehr in dicht besiedeltem Gebiet zehn Minuten nach der Alarmierung auf dem Schadenplatz eintreffen muss, könnte bei rund 30 Prozent aller dringlichen Einsätze gar nicht mehr erreicht werden. Deutlich negativ fällt die Bilanz auch bei den Rettungsdiensten aus. Bei Atem- und Herzstillstand zählt bekanntlich jede Minute. Bei einem solchen Befund kommt man unweigerlich zum Schluss, dass die verantwortlichen Departemente in Winterthur noch Hausaufgaben machen müssen.

Dieter Kläy, Kantonsrat (FDP)