Die beste Prävention ist der Vereinssport
08.04.2014
Das Blaue Kreuz verlangt mit einer Volksinitiative, dass der Kanton Zürich Werbung für alle alkoholischen Getränke auf Sportplätzen sowie an
Sportveranstaltungen verbietet. Die FDP lehnt das ab. Die beste Prävention ist
der Vereinssport selbst.
Die am 18. Mai zur Volksabstimmung gelangende Initiative „Keine Werbung für alkoholische Getränke auf Sportplätzen sowie an Sportveranstaltungen im Kanton Zürich“ fordert ein Totalverbot von Werbung für alkoholische Getränke. Im Kantonsrat hat das weltfremde Anliegen nur gerade 14 Ratsmitglieder zu überzeugen vermocht. 146, darunter die ganze FDP-Fraktion, stimmten dagegen. Auch der Regierungsrat lehnt die Initiative ab.
Bestehende Vorschriften sind ausreichend
Das bereits bestehende Zürcher Gesundheitsgesetz verbietet Plakatwerbung und weiträumig wahrnehmbare Werbung für Alkohol, Nikotin und für andere Suchtmittel auf öffentlichem Grund und in öffentlichen Gebäuden. Es sieht daher unter anderem bereits eine Einschränkung der Alkoholwerbung beispielsweise an Sportveranstaltungen vor. Schon das geht eigentlich zu weit. Die heute geltenden Vorschriften müssen sicher nicht noch verschärft werden.
Es trifft die Falschen
Die Initiative trifft die Falschen. Über 78 000 Mitglieder in den Zürcher Sportvereinen leisten jährlich elf Millionen Stunden Freiwilligenarbeit um 330 000 Sportlerinnen und Sportler zu betreuen. Indem die Initiative Alkoholwerbung generell verbieten will, schränkt sie auch die privaten Anlässe und Veranstalter ein. Betroffen wären Veranstaltungen wie Schützenfeste, Grümpelturniere oder Turnfeste. Die Getränkelieferanten erbringen als Sponsoren dieser Anlässe unentbehrliche logistische Leistungen, ohne welche diese Anlässe gefährdet wären. Die unentgeltliche Ausleihe von Zelten, Kühlwagen, Theken, Tischen und Bänken gehört zum Beispiel dazu.
Sportvereine bluten finanziell aus
Viele der 2300 Sportvereine im Kanton würden nicht nur vor logistische, sondern auch vor schwierige finanzielle Probleme gestellt. Rund ein Drittel der Einnahmen dieser
Sportvereine stammen aus Werbung, Sponsoring und den Veranstaltungen. Die
Mehrheit der Vereine hätte kaum die Möglichkeit, dieses Loch zu stopfen. Die Konsequenz wäre, Leistungen abzubauen, Veranstaltungen zu streichen oder die Mitgliederbeiträge zu erhöhen. Der ganze ehrenamtlich geprägte Breitensport wird gefährdet.
Jugendliche werden benachteiligt
Ausgerechnet Kinder und Jugendliche von weniger gut verdienenden Familien werden benachteiligt, da besonders für sie der Vereinssport eine günstige Freizeitbeschäftigung ist. Über 90 000 Kinder und Jugendliche finden im Kanton dank dem Breitensport eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und sind während dieser Zeit erst noch gut betreut. Dass das Blaue Kreuz mit seiner Initiative exakt auf jene Institutionen zielt, die für Jugendarbeit, Integration und Erziehung von unschätzbarem Wert sind, ist nicht nachvollziehbar.
Vereine übernehmen Verantwortung
Der organisierte Vereinssport ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung seit jeher bewusst. Die Präventions-Kampagne cool&clean von Swiss Olympic, in welcher es um weit mehr als nur den Alkoholkonsum geht, wird in jedem Kanton durch einen
professionellen cool&clean-Beauftragten unterstützt.
Breitensport ist beste Suchtprävention
Die FDP lehnt Werbeverbote ab. Erst recht dann, wenn sie besonders sinnlos sind. Die Initiative suggeriert, dass der Sport zu Alkohol verleite. Das Gegenteil ist der Fall. Keine andere Institution ausser dem Vereinssport trägt täglich auch nur annähernd so viel zur Volksgesundheit bei. Wer regelmässig Sport treibt, trinkt weniger oder gar nichts. Die Volksinitiative ist abzulehnen.
Dieter Kläy, Kantonsrat FDP