Eigenverantwortung in der Kulturpolitik
31.08.2012
Eigenverantwortung in der Kulturpolitik
Winterthur ist nicht nur eine Kulturstadt mit Museen, sondern insbesondere auch eine Musikstadt. Ein reichhaltiges Konzertangebot von Klassik, Jazz, Folk bis Rock bereichert das Kulturleben der mittlerweile 106'000 Einwohner und Einwohnerinnen zählenden Stadt. Klassische Musik vermittelt das 1629 gegründete Musikkollegium, eine der traditionsreichsten musikalischen Institutionen Europas. Bereits Ende des 19. Jahrhundert formierte das Musikkollegium eines der ersten Berufsorchester der Schweiz.
Die wirtschaftlichen Herausforderungen machen auch vor dieser altehrwürdigen Institution nicht Halt. Statt für die Sanierung des Finanzhaushalts ausschliesslich mehr Subventionen zu fordern, gründeten engagierte Winterthurerinnen und Winterthurer, darunter einige FDP-Exponenten, einen Förderverein. Getreu nach dem Motte mehr Eigenverantwortung weniger Staat hat das Berufsorchester nun einen Freundeskreis, unter anderem mit alt Bundesrat Rudolf Friedrich als einer der Promotoren.
Für die FDP der Stadt Winterthur und die FDP-Fraktion im Grossen Gemeinderat sind solche von der Basis getragenen, innovativen Lösungen, Ausdruck von Bürgernähe. Dass privates Engagement auch finanzieller Natur für diverse kulturelle Institutionen in Winterthur schon immer tragend war, zeigt deren Geschichte, die von Mäzenen und Gönnern geprägt ist. Auch heute werden prägende Winterthurer Kulturinstitutionen wie z.B. die Villa Flora, das Fotomuseum, das Casinotheater oder andere teilweise oder ganz von privaten Spenden und Einnahmen getragen. Dabei soll die öffentliche Hand durchaus ihren Beitrag leisten können. Gewisse Unterstützung ist durchaus wünschbar. Die FDP hat sich aber immer auch für das private Engagement engagiert und wird sich auch in Zukunft für Lösungen engagieren, die von Privaten und der öffentlichen Hand gemeinsam getragen sind.
Dieter Kläy, Präsident FDP Winterthur
Neue Buchpublikation zum Kunstsammler Oskar Reinhart
Der ehemalige Konservator des weltbekannten Museums Oskar Reinhart am Stadtgarten in Winterthur, Peter Wegmann, hat ein neues Buch über den berühmten Kunstsammler herausgegeben. Oskar Reinhart (1885-1965) gilt als einer der drei grössten Kunstsammler und Museumsstifter, der seine Sammlungen gleich in zwei ihm exklusiv gewidmeten Häusern eingebracht hat. Zwar kennt man die meisten seiner Gemälde, auch aufgrund von Kunstbüchern. Vom Sammler selbst aber, der dahinter steht, wird mehr vom Hörensagen erzählt. Die Neuerscheinung vereinigt vier Textbeiträge, die das Leben Reinharts und seine Intentionen als Sammler zum Inhalt haben. Seine letzte Sekretärin, Barbara Lutz-Kaufmann, hat einen lebensnahen Text über die letzten Jahre im „Römerholz“, Reinharts Villa verfasst. Roberto Bernhard, interkultureller Publizist, ehemals NZZ Bundesgerichtsjournalist, analysiert die kulturpolitische und rechtliche tragweite seiner Stiftung und Matthias Frehner, Direktor des Kunstmuseums Bern, geht auf das gesellschaftliche Umfeld ein, während Peter Wegmann den Werdegang des Sammlers aufzeigt.
Die Publikation ist im Rüegger Verlag erschienen und über die Buchhandlung zu beziehen. ISBN 978-3-7253-0984-9