Dieter Kläy
Dieter Kläy

Klimaplan ja – aber vernünftig

01.04.2021

«Man muss mit Verboten arbeiten» wird eine ehemalige GLP-Kantonsrätin, die den Klimaplan der Stadt Winterthur als «vorbildlich» bezeichnet, kürzlich in einer Zeitung zitiert. Kritische Stimmen, die das anders sehen, kommen im erwähnten Beitrag schon gar nicht erst zu Wort.

Der Klimaplan, der reflexartig nach höheren Steuern und zusätzlichen Stellen ruft, lokalisiert Veränderungspotenzial in den Bereichen Energie, Gebäude, Mobilität und Konsum. Massnahmen in der Energieversorgung und die Ziele von Stadtwerk sind unterstützungswürdig. Dank einem engagierten Departementsvorsteher beginnen wir hier nicht bei null. Auch die Förderung von Solarstrom, vorausgesetzt die Stadt lässt Solarzellen überall zu, und die energetische Sanierung der städtischen Gebäude machen Sinn.

Bei der Mobilität wird es schwieriger. Bekanntlich bedient man eine Baustelle nicht ausschliesslich mit dem Lastenvelo. Den öffentlichen Verkehr will die Stadt ausbauen. Nun hört man aber, dass die gleiche Stadt auf viel befahrenen Achsen Tempo 30 plant, was eine Verlangsamung des öV zur Folge haben und in einer Ausdünnung des Taktes enden wird.

Die höchste Hürde wird sich in der Änderung des Konsumverhaltens finden. Dass die Stadt ihre Bürgerinnen und Bürger mehr erziehen will, macht sie bereits bei der Kartonsammlung deutlich. Wer nicht sauber schnürt, wird nicht mehr bedient. Hoffen wir, dass weitere Umerziehungsmassnahmen und die Bekämpfung des öffentlichen Verkehrs durch die Stadt selbst ins Reich des 1. Aprils gehören.

Dieter Kläy, Kantonsrat (FDP)

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