Dieter Kläy
Dieter Kläy

Korrekturen in der Bewertung von neugegründeten Unternehmen gefordert

31.05.2016

Die FDP hat schon immer ein unternehmerfreundliches Umfeld im Kanton Zürich gefordert. Neuen Handlungsbedarf ortet sie bei Start-ups. Jungunternehmern drohen übermässige Steuerbelastungen.   

Die FDP hat zusammen mit der SVP und der CVP ein dringliches Postulat betreffend Bewertung von neugegründeten Gesellschaften mit Sitz im Kanton Zürich eingereicht. Die Intervention wurde notwendig, weil die heutige Regelung, nach welcher der Preis von Finanzierungsrunden bzw. Kapitalerhöhungen für die Berechnung der Bemessungsgrundlage bei der Vermögenssteuer natürlicher Personen massgebend ist, zu erheblichen zusätzlichen Kosten bei den Jungunternehmern und Aktionären führt und den Charakter einer Bestrafung des Jungunternehmertums trägt.  

Steuerfalle entschärfen
Der Kanton Zürich ist ein wichtiger Platz für Neugründungen von Unternehmen. In den letzten 15 Jahren sind rund ein Drittel aller Start-ups Neugründungen in Zürich erfolgt. Fast 500 Jungunternehmen tragen zur wirtschaftlichen Dynamik des Kantons Zürich bei. Weil Start-ups in der Gründungs- und Aufbauphase hohe Investitionen in die Entwicklung tätigen müssen, benötigen sie viel Fremdkapital. Die Gründungsphase zeichnet sich zudem oft dadurch aus, dass die Firma keine Gewinne erzielt. Start-up Gründer zahlen Vermögenssteuern, die auf dem Wert der Aktien beruhen. Mit jeder Investitionsspritze von Geldgebern steigen die Steuern. Investitionen im
zweistelligen Millionenbereich können Hunderttausende von Franken Steuern zur Folge haben, ohne das ein genügendes Einkommen erzielt wird.  

Erster Schritt zur Entschärfung
Nachdem die FDP bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit einer Anfrage auf diesen Missstand aufmerksam gemacht hat und sich auch Start-up-Vereinigungen gewehrt haben, hat der Kanton per Anfang März eine Praxisänderung vorgenommen und die Bewertung von Unternehmen in deren
Anfangsjahren angepasst. Die Lösung sieht vor, dass Investorenpreise der ersten drei Geschäftsjahre steuerlich nicht berücksichtigt werden; die Unternehmen werden in dieser Periode zum in der Regel sehr geringen Substanzwert besteuert. In den folgenden zwei Jahren wird der Vermögenssteuerwert aus dem Durchschnitt zwischen dem Substanzwert und den Investorenpreisen ermittelt; dabei werden die Investorenpreise im vierten Geschäftsjahr einfach und der Substanzwert doppelt berücksichtigt; im fünften Geschäftsjahr erfolgt die Bewertung dann umgekehrt. Ab dem sechsten Jahr wird auf die erzielten Investorenpreise abgestellt.


FDP fordert mehr Entlastung
Das dringliche Postulat von FDP, SVP und CVP verlangt, dass der Regierungsrat sobald als möglich bei der schweizerischen Steuerkonferenz vorstellig wird und gleichzeitig die gängige Steuerpraxis im Rahmen des Möglichen weiter optimiert wird. So soll eine konkrete und wirtschaftsfreundliche Lösung für innovative, junge Unternehmen und deren Eigentümer geschaffen werden. Diese Massnahme ist besonders für den Kanton Zürich für Bedeutung, da hier die starke Progression der Vermögenssteuer das Problem noch potenziert. Die heutige Regelung, wonach das über Finanzierungsrunden bzw. Kapitalerhöhungen eingebrachte Kapital als Bemessungsgrundlage bei der Vermögenssteuer natürlicher Personen massgebend ist, ist sachlich falsch und erschwert Neugründungen, was nicht im Interesse des Wirtschaftskantons Zürich ist.

Dieter Kläy, Kantonsrat FDP