Meilensteine in der Engpassbeseitigung
05.06.2017
Wird, was lange währt, endlich gut? Der Kantonsrat setzte vor ein paar Tagen mit klarer Mehrheit die neue Linienführung der Oberlandautobahn zwischen Uster und Hinwil im Richtplan fest. Nachdem das Bundesgericht 2012 das erste Projekt wegen Verstosses gegen den Moorschutz kassiert hat, konnte mit einem neuen Projekt ein Meilenstein in einer Jahrzehnte alten Planungsgeschichte gesetzt werden.
Nach rund 50 Jahren Planung befindet sich die Schliessung der Autobahnlücke zwischen Uster und Hinwil auf der Zielgeraden. Der Kantonsrat hat die neue Linienführung der Oberlandautobahn mit 93 zu 57 Stimmen im Richtplan festgelegt. Die FDP hat diesem Eintrag zugestimmt. Neu soll die Oberlandautobahn vom jetzigen Ende in Uster – Ost zwischen Grüt und Gossau hindurchführen und bei Ottikon in die Forchautostrasse münden. Dabei soll der grösste Teil der Strasse unterirdisch durch Tunnels geführt werden. Als Zeithorizont für die Realisierung ist 2035 vorgesehen. Für die Planung und den Bau ist neu der Bund zuständig. Der Richtplaneintrag durch den Kantonsrat ist nur einer von unzähligen Schritten, allerdings ein wichtiger.
Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds hilft
Mit dem Ja des Souveräns zum Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) am 12. Februar dieses Jahres sind nicht nur die Projektierung und die Realisierung in die Hoheit des Bundes übergegangen. Das Projekt dürfte finanziell gesichert sein. Neu steht mit dem NAF jährlich eine Milliarde mehr für Strassenbauten zur Verfügung. Wäre der NAF nicht angenommen worden, wäre die Finanzierung am Kanton hängen gelieben, was kaum realisierbar gewesen wäre. Ca. 2020 soll das Projekt an den Bund übergehen. In den verbleibenden drei Jahren kann der Kanton die Vorbereitungsarbeiten vorantreiben.
A 1 bei Winterthur ausbauen
Weitere wichtige Projekte im Grossraum Winterthur – Zürich warten auf ihre Realisierung. Zum einen ist das die Glatttalautobahn, die als vierspuriger Tunnel zwischen Baltenswil und Opfikon zur Behebung der Engpässe dienen soll. Dem entsprechenden Richtplaneintrag hat der Kantonsrat bereits Ende März dieses Jahres zugestimmt, ebenso wie dem Ausbau der A 1 auf 8 Spuren zwischen Baltenswil bei Brüttisellen und Winterthur. Die A1 im Raum Glattal/Winterthur stellt einen der bedeutendsten Engpässe im Nationalstrassennetz dar. Die Kapazitätsgrenze dieses Autobahnabschnitts, der mitten durch einen der am dichtesten besiedelten Räume der Schweiz führt, wird heute regelmässig erreicht. Am 7. Juli anlässlich der Kantonsratssitzung in Winterthur zur 100-Jahr-Feier des Proporzwahlrechts im Kanton Zürich steht überdies der Richtplaneintrag für die Zentrumserschliessung Neuhegi-Grüze zur Diskussion. Für Winterthur und die wirtschaftliche Entwicklung des ehemaligen Sulzer-Areals Oberwinterthur ein ganz wichtiger Schritt.
FDP unterstützt notwendige Kapazitätserweiterungen
Die FDP unterstützt diese notwendigen Strassenbauprojekte. Sie schliessen wie im Fall der Oberlandautobahn eine Lücke im Autobahnnetz und entlasten die betroffenen Ortschaften (z.B. Wetzikon) vom Durchgangsverkehr oder sie erhöhen die Kapazität eines Strassenabschnitts, verhindern Dauerüberlastung wie z.B. auf der Umfahrung Winterthur.
Dieter Kläy, Kantonsrat FDP