Unglaubwürdig
13.05.2014
Seit der Lancierung der Mindestlohn-Initiative im Januar 2011 kritisieren die
Gewerkschaften Löhne unter 4000 Franken. Jetzt wird bekannt, dass nicht mal sie
selbst in ihren Betrieben und Organisationen den eigenen Forderungen
nachgekommen sind. Wie heisst es doch: Wasser predigen und Wein trinken. Würde
die Mindestlohninitiative angenommen, droht Arbeitsplatzverlust in den
Tieflohnsegmenten. Gemäss Bundesamt für Statistik ist ein Tieflohn vielfach ein Zweit- oder Nebeneinkommen, das die Betroffenen im Vergleich zum Hauptlohn besser stellt. Für viele Familien ist gerade dieses zusätzliche Einkommen wirksamer Schutz gegen Armut. Würden er entfallen, weil beispielsweise diese Stellen nicht mehr angeboten würden, kann das viele in Bedrängnis bringen. Damit ist die Mindestlohn-Initiative nicht nur untauglich im Kampf gegen die Armut sondern kann diese mit nicht gewollten Effekten sogar noch begünstigen. Die Initiative ist ein sozialpolitischer Bumerang und deshalb abzulehnen.
Dieter Kläy, Kantonsrat FDP, Winterthur