Unseren Kindern zuliebe
11.09.2012
Der Kantonsrat hat einen lang gehegten Wunsch aus dem Knonaueramt erfüllt und die Entlastung von Obfelden und Ottenbach vor stetig steigendem Durchgangs- und Schwerverkehr beschlossen. Gegen 870 Schulkinder sollen einen sicheren Schulweg erhalten. Weil das Referendum ergriffen worden ist, kommt es am 23. September zur Abstimmung. Im Sinne der Sicherheit und unseren Schulkindern zuliebe müssen wir Ja sagen.
Vor bald drei Jahren wurde die Autobahn A4 durchs Knonaueramt dem Verkehr übergeben. Der A4-Zubringer Obfelden/Ottenbach war von Beginn an integraler Bestandteil des neuen Autobahnabschnitts, wurde aber bis heute nicht erstellt. Gründe dafür gibt es viele, unter anderem die sorgfältige Planung des Kantons und die umweltverträgliche Konzeptionierung aber auch die Tatsache, dass das Referendum gegen die im Kantonsrat Anfang 2012 grossmehrheitlich verabschiedete Vorlage ergriffen worden ist.
Sichere Schulwege
Mit der Inbetriebnahme der A4 sind die Knonauer Gemeinden entlastet worden, nicht aber Obfelden und Ottenbach, die unter ständig steigendem Durchgangs- und Schwerverkehr zum Anschluss Affoltern am Albis leiden. Diese Problematik soll der A4-Zubringer mit der zwei Kilometer langen Umfahrung Ottenbach sowie der Tieferlegung und Teilüberdeckung der bestehenden Strasse Obfelden-Bickwil lösen. Als Winterthurerin und Winterthur könnte man sich die Frage stellen, was einen das angeht. Weit gefehlt! Es geht um die Sicherheit von über 800 Schulkindern, die jeden Tag den Schulweg unter die Füsse oder Veloräder nehmen müssen. Die Durchgangsstrasse ist eng. Der Velostreifen wird in Obfelden teilweise unterbrochen.
Der öffentliche Verkehr profitiert
Was in Winterthur bei grossem Verkehrsaufkommen der Fall ist, gilt auch für den öffentlichen Verkehr im Knonaueramt. Wer mit dem Bus fährt, bleibt in Obfelden und Ottenbach zu Stosszeiten regelmässig im Stau stecken. Anschlüsse werden verpasst, die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs leidet. Mit den verkehrsberuhigten Dorfzentren erhält der öffentliche Verkehr endlich wieder Priorität.
Respekt vor der Natur
Dass der schönen Reusslandschaft in Ottenbach grosse Beachtung geschenkt wird, zeigt der Verzicht der ursprünglich geplanten Umfahrungsvariante Obfelden-Bickwil. Der Naturschutz wird im jetzigen Projekt ernst genommen. Die vorliegende Umfahrungslösung berücksichtigt alle Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes. So hält auch der Umweltverträglichkeitsbericht zum A4-Zubringer fest, dass bezüglich Artenvielfalt im Flachmoor gar eine positive Bilanz aus dem Projekt resultiert.
Ein Ja aus Solidarität zu den Schulkindern und den betroffenen Gemeinden
Da das benachbarte Aargauer Freiamt grosse Siedlungsreserven hat, ist davon auszugehen, dass der Verkehr durch die beiden Gemeinden zunehmen wird, wenn das Umfahrungsprojekt nicht realisiert werden kann. Die Interessengemeinschaft Sicherer Schulweg, eine parteiübergreifende Vereinigung von Eltern und Dorfbewohnern aus Obfelden und Ottenbach, engagiert sich deshalb
für die Sicherheit der Schulkinder und beruhigte Dorfkerne und verdient aus
Solidarität auch unsere Unterstützung aus dem Norden des Kantons. Darum ein Ja
zum A4-Zubringer Obfelden/Ottenbach.
Dieter Kläy, Kantonsrat