Dieter Kläy
Dieter Kläy

Verkehrspolitische Meilensteine für Winterthur

12.05.2015

Die vergangene Woche vom Regierungsrat zu Händen des Kantonsrats verabschiedete Richtplanrevision beinhaltet bedeutende Objekte für Winterthur. Einerseits wird die Aufnahme der Zentrumserschliessung Neuhegi-Grüze in den kantonalen Richtplan beantragt, anderseits soll die A 1 zwischen Baltenswil und Winterthur-Töss auf acht Spuren ausgebaut werden. Beides sind wichtige verkehrspolitische Meilensteine. 

Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat diverse Einträge im Richtplan. Der Richtplan ist einerseits der politische, aber auch der technische „rote Faden“ in der langfristigen Raumentwicklung des Kantons Zürich. Er hat einen Zeithorizont von rund 25 Jahren. Dem Regierungsrat und dem Kantonsrat ermöglicht er eine weitsichtige
Raumpolitik. Siedlung, Landschaft und Verkehr sind die zentralen Kapitel. Bereits im März 2014 debattierte der Kantonsrat den Richtplan mit wichtigen Resultaten für Winterthur. Damals ging es um Siedlungsfragen. Jetzt beantragt der Regierungsrat eine
Teilrevision des Kapitels Verkehr. Noch handelt es sich lediglich um Einträge im kantonalen Richtplan. Dieser ist behördenverbindlich. Baupläne sollen später folgen. 

Engpassbeseitigung A 1
Gegenstand der Teilrevision sind mehrere Vorhaben, von denen drei das
Hochleistungsstrassennetz betreffen. Die vom Bundesamt für Strassen erarbeitete
neue Linienführung der Glattalautobahn dient zur Behebung der Kapazitätsengpässe im mittleren Glattal. Der darauf abgestimmte Ausbau der A1 zwischen der Verzweigung Baltenswil und dem Autobahnanschluss Winterthur-Töss sichert die Leistungsfähigkeit dieser wichtigen Strassenverbindung zwischen Zürich und Winterthur. Die überarbeitete Linienführung der Oberlandautobahn schliesst die Lücke zwischen dem heutigen Autobahnende bei Uster Ost und dem Kreisel Betzholz mit einem Anschluss an die Forchautostrasse A52. Ziel ist die Behebung der Staus. Die
A 1 stellt landesweit einen der grössten Engpässe im Nationalstrassennetz dar. Der Ausbau der Umfahrung Winterthur steht schon im Richtplan. Erst der gesamte Ausbau Baltenswil – Winterthur-Töss und die Umfahrung Winterthur zusammen schaffen einen Korridor mit homogener
Auslastung auf der gesamten Strecke vom Limmattaler Kreuz bis Oberwinterthur.
Bei grossem Verkehrsaufkommen entlastet dies die Stadt Winterthur. Der Ausweichverkehr durch die Stadt wird abnehmen.

Neuhegi

Die seit langem geplante Erschliessungsstrasse in Neuhegi-Grüze in der Stadt Winterthur stellt eine direkte Verbindung vom Autobahnanschuss Oberwinterthur zum Zentrumsgebiet Neuhegi-Grüze her. Damit ist ein wichtiges Ziel auf dem Weg zu einer guten Erschliessung für das neue Stadtzentrum Neuhegi-Grüze erreicht. Gerade für das florierende Gewerbe ist das ein wichtiger Schritt. Die Vorbereitungsarbeiten zu diesem Meilenstein sind in einem kooperativen Planungsverfahren unter Einbezug der ortsansässigen Bevölkerung, politischen Parteien und Verkehrsverbänden erfolgt. Mit dem Antrag an den Kantonsrat legt der Regierungsrat ein Bekenntnis zum zweiten Winterthurer Stadtzentrum Neuhegi-Grüze ab. Der Kanton klassiert das aufkeimende, zweite Stadtzentrum als kantonales Zentrumsgebiet.
 

Für die FDP wichtige Meilensteine
Zwar hat Winterthur kürzlich in einem gesamtschweizerischen Städte-Ranking verkehrspolitisch gut abgeschnitten, doch gibt es noch eine Reihe von Baustellen, sowohl was den motorisierten Individualverkehr als auch den öffentlichen Verkehr anbelangt. Ein nächster Prüfstein ist die kommunale Parkplatzverordnung. Nachdem der
Winterthurer Gemeinderat die Minderheitsanträge mit Blick auf eine Flexibilisierung der Parkplatzverordnung abgelehnt hat, wird sich die Stimmbevölkerung voraussichtlich noch dieses Jahr mit diesem Teil der Verkehrspolitik auseinandersetzen müssen. Die FDP wird die Parkplatzverordnung in der heutigen Ausgestaltung ablehnen.

Dieter Kläy, Kantonsrat (FDP)